in Katalog: „aspekte“, anlässlich der Ausstellung „geniel minimal“ Galerie im Donau – Einkaufszentrum Regensburg in Kooperation mit dem Berufsverband Bildender Künstler Niederbayern Oberpfalz e. V.

 


 

Astrid Schröder objektiviert ihre Formensprache, indem sie ein streng reduziertes Ordnungssystem aus vertikal nebeneinander gesetzten Pinselstrichen zum Bildthema macht. Jede Serie folgt einem eigenen Linienrhythmus, der durch leicht versetzt übereinander gesetzte Staffelungen entsteht. Die Farbwerte der Malschichten wechseln in feinsten Nuancen sowohl von kalten zu warmen als auch von hellen zu dunklen Tönen. Die einzelnen Pinselstriche werden von oben nach unten angesetzt und variieren in ihrer Ausprägung durch die unterschiedliche Farbmenge, die der Pinsel beim Ansetzen oder Absetzen auf der Leinwand hinterlässt. Diese aufs Minimalste reduzierte Geste wird zur individuellen Bildsprache der Künstlerin und betont die Ambivalenz der Lesbarkeit zwischen Zeichnung und Malerei. Die Linien als zeichnerisches Element kann Schnelligkeit und Ruhe, Endlichkeit und Unendlichkeit, Vergangenheit und Zukunft ausdrücken1 Astrid Schröder spricht selbst von „farbigen Zeichnungen“ und betitelt ihre Serien meist mit dem taggenauen Entstehungsdatum. Die Zeit als vierte Dimension der Kunst erforschten bereits die Minimalisten 2, Astrid Schröder visualisiert die Zeit als Strecke und nannte daher eine Ausstellung „Zeichnen gegen die genormte Zeit“.

 

 

1 Vgl. dazu: Hartwick Knack, Next Generation. Formenvokabular und inhaltlicher Anspruch traditioneller Konkreter und Konstruktiver Konzepte in Beispielen Zeitgenössischer Kunst, 17. Kolloquium Forum Konkrete Kunst Erfurt, Gera 2010.

 

2 Vgl. hierzu die Systeme einfacher Zahlenabläufe in Zahlenkolonnen von Hanne Darboven (1941 – 2009) und die gemalten Zahlenreihen „1965/ - “ von Roman Opalka (1931 – 2011).

 

DOM PLATZ 5

Informations- und Besucherzentrum 

am Dom St. Peter

Kunstfenster

 

In der Zeit zwischen dem Oster- und dem Pfingstfest ist das Diptychon 6 : 5 : 014 der Regensburger Malerin Astrid Schröder im Schaufenster des Informationszentrum zu sehen.

 

Tel.: (0941) 597-1662

e-mail: domkapitel@bistum-regensburg.de

Regensburg